Sonntag, 06 Februar 2011 12:00

Sackkarre

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Die zwei zuvor beschriebenen Transportmittel haben den Nachteil, daß man immer noch den Rucksack tragen muß, im Gelände sicher die schonendste Lösung für die optische Ausrüstung. Auf festen Schotterwegen oder geteerten Anfahrtswegen kann man allerdings sehr gut die ganze Ausrüstung auf einer zweirädrigen Sackkarre transportieren.

Im Bayrischen Wald konnte ich letztes Jahr einige zweirädrige Karren bei anderen Naturfotografen beobachten, woraufhin ich mir auch eine Sackkarre umbaute. Wichtig bei einer Sackkarre ist die Bereifung und die Abpolsterung, damit Erschütterungen gut gedämpft werden. Die meisten preisgünstigen und leichten Sackkarren sind leider ohne Luftbereifung. Die vorhandenen Räder kann man aber selbst umrüsten. Im Baumarkt sind breite Luftreifen , dazugehörige Achsen und Stellringe zu kaufen. Die Lufträder sollten nicht ganz aufgepumpt werden um optimal zu dämpfen.

Bei meiner Sackkarre mußte ich einige Schweißpunkte abschleifen, dann konnte ich die alte Achse aus ihren Befestigungsblechen ziehen. Die alten Achsbohrungen in diesen Blechen wurden größer gebohrt und gefeilt und die neue Achse eingeschoben. Wer keine Möglichkeit hat, die Achse mit der Sackkarre zu verschweißen, kann diese, wie ich, mit der Sackkarre verkleben. Eine einfache Verklebung mittels Zweikomponentenklebers hielt etwa drei Transporte durch. Deshalb habe ich die Achse mit Kunstharz ( Epoxidharz oder Polyesterharz ) und Glasfaservlies ( Autozubehör ) befestigt. Durch das Glasfaservlies sind Muffen entstanden, die die Klebefläche vergrößern und stabilisieren.
Die Rohre der Sackkarre lassen sich sehr gut mit Heizungsrohrisolierung abpolstern Die Dämpfung wird noch verbessert, wenn man unter die geschlossenporig geschäumte Heizungsrohrisolierung einen offenporig geschäumten Schaumgummi legt.
Auf der Gabel der Sackkarre habe ich mit selbstklebendem Klettband zwei kleine Kunststoffcontainer befestigt. Die Container sind untereinander mit Heißkleber verbunden und zusätzlich verschraubt. Durch eine senkrechte Sperrholzplatte (Stärke 8mm ) zwischen den Containern und der Abdeckung mit einer Sperrholzplatte können die Container das Gewicht des Fotorucksacks tragen. Die Container dienen als zusätzlicher Stauraum und verhindern, daß der Rucksack durch Spritzwasser von den Rädern verschmutzt wird. Die Klappdeckel der Container sind mit Klettverschluß gesichert. Anstatt der Kontainer nimmt ein Freund von mir eine Kunststoffwerkzeugkiste, besonders sind hier bei die zusätzlichen keinen Schubfächer für Zubehör.
Auf den Containern liegt eine Dämpfungsmatte. Die Matte besteht aus zwei Lagen Isomatte und einer Mittelschicht offenporig geschäumten Schaumgummis, die mit Kontaktkleber ( Pattex ) zusammengeklebt sind. Diese mehrlagige Platte ergibt eine gute Dämpfung gegen Stöße. Darauf steht der Fotorucksack, der mit einem Riemen an der Sackkarre befestigt ist.
An die Seite der Sackkarre ist ein U-förmiges Alublech ( 2mm stark ) geschraubt, in dem das Stativ steht. Das U-förmige Alublech ist mit Isomatte und Klebeband ummantelt. Ein Stativfuß steht in einem Kunststoffbecher, welcher auf der Sperrholzplatte festgemacht ist.
Auf der Rückseite der Karre sind zwei Blechlaschen festgenietet, um einen Klappstuhl einhängen zu können. So kann die ganze Ausrüstung auf die Sackkarre gepackt werden, aber Vorsicht auch das Schieben der Sackkarre kann anstrengend sein.

Unbeladene SackkarreLeere Sackkarre

Gelesen 2737 mal Letzte Änderung am Dienstag, 27 November 2012 18:55
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