Montag, 28 Februar 2011 20:27

Schärfe, Schwingungen Empfehlung

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Lange Tele mit einer Anfangslichtstärke von 4.0 werden oft mit 1,4  fach Konverter eingesetzt, da die Qualität der Aufnahme bei Einsatz eines hochwertigen Konverters nicht leidet. Wie sieht es mit dem Zweifachkonverter aus ? Oft hört man von der schlechten Qualität dieser Konverter. Meine Erfahrung ist, dass das größte Problem die Verwacklungen bei der schlechteren Lichtstärke 8 und den daraus resultierenden langen Belichtungszeiten ( Grundobjektiv 4.0 ) sind, die die Aufnahmen verschlechtern. Auch in vielen anderen Fällen sind es Vibrationen, die für schlechtere Bildqualität verantwortlich sind.

1. Die konventionellen Techniken
2. Bildstabilisatoren
3. Kontrolle der Schärfe


1. Die konventionellen Techniken um scharfe Aufnahmen zu erhalten

1.1 Stabiles Stativ am besten ohne Mittelsäule
1.2 Stabiler Stativkopf
1.3 Auflageflächen des Stativkopfes und des Schnellwechselsystems
1.4 2 - 3 Punkt Objektivabstützungen
1.5 Spiegelvorauslösung
1.7  Zwei Stative
1.8  Bohnensack
1.9  Telestütze
1.10 Filmempfindlichkeit


1.1 Stativ

Es ist schade, da sieht man oft Fotografen mit toller Ausrüstung, aber beim Thema Stativ wurde gespart. In der Naturfotografie sollte man ein gutes Stativ besitzen und auch einsetzen! Es rentiert sich, die Bildgestaltung wird besser und die Aufnahmen schärfer.
Gerade wenn man nicht die teuren hochlichtstarken Teles besitzt, sollte man sich die Arbeit mit dem Stativ  angewöhnen, um eine gute Bildqualität zu erhalten.
Eine Mittelsäule ist sehr praktisch, um die Kamera in der Höhe zu verstellen, die Betonung liegt auf Kamera, nicht ein Teleobjektiv! Die meisten wenn nicht alle Mittelsäulen schwingen. Deshalb am besten ganz auf eine Mittelsäule verzichten und  den Stativkopf direkt auf dem Stativ montieren oder zumindest die Mittelsäule nicht ausfahren.
Gewicht ist schlecht zum Tragen, bringt aber Stabilität. Ein Carbonstativ ist zwar zum Tragen eine Wohltat, bei Wind ist ein schweres Aluminium- oder besser ein Holzstativ ( es gibt auch schwere Carbonstative ) von Vorteil.  Ich war überrascht, als ich von einem 3er Gitzo Stativ auf ein 5er Gitzo Stativ wechselte - gerade die Aufnahmen mit zweifach Konverter wurden viel besser.
Carbonstative sollten auch belastet werden, das heißt eine leichte Kamera / Objektiveinheit und ein leichtes Stativ neigen eher zum Schwingen als wenn man die leichten aber stabilen Carbonstative mit entsprechendem Gewicht belastet.

Stativ Test
Die Kamera mit der längsten Brennweite auf das Stativ setzen und durch den Sucher blicken, dann gegen die Gegenlichtblende klopfen. Je  schneller die Schwingungen durch den Sucher nicht mehr sichtbar sind um so besser ist das Stativ.

Wichtige Punkte beim Stativkauf:

1. Stabilität:
ist das Stativ nicht stabil genug, braucht man es nicht mitzunehmen. KO kriterium
2. Gewicht
Ein zu schweres Stativ schleppt man nicht gerne mit sich herum, trotzdem an den Aufnahmen sieht man den Erfolg und es gibt Hilfsmittel, die das Tragen erleichtern. ( Transport der Fotoausrüstung ).
3. Beinspreizung
Um nahe am Boden fotografieren zu können, sollte das Stativ eine variable Beinspreizung besitzen, z.B. wie bei Gitzo VA Stativen in 3 Stufen bis zu 90°.
4. Bedienbarkeit
schwergängige Schraubverschlüsse an den Stativbeinen können sehr nervig sein.
5. Auswechselbarer Stativkopf:
das heißt 1/4 Zoll oder 3/8 Zoll Stativgewindeschraube zur Befestigung.

Noch ein alter Tipp damit das Stativ nicht vor Kälte friert und dadurch zittert: die Stativbeine mit Heizungsrohrisolierung ummanteln.
Ist bequemer beim Tragen und im Winter friert man nicht fest.

1.2  Stativkopf

Siehe: eine Frage des Kopfes
Nicht blenden lassen von großen Kugeldurchmessern ( bei Kugelköpfen )! Immer die dünnste Stelle am Stativkopt ( bei Kugelköpfen der Hals über der Kugel ) suchen und mit anderen Produkten vergleichen.
Bei Neigern sollte man sich die Höhe ansehen, je höher der Neiger um so schwingungsanfälliger ( meistens ! ).  Alle Lagerungen im nicht geklemmten Zustand auf Spiel untersuchen. Vorsicht manche Hersteller füllen die Lagerungen der Köpfe mit zähflüssigen Fett, das im ersten Moment eine höhere Fertigungspräzision vorspiegelt.

1.3  Auflageflächen

Viele Hersteller belegen die Auflageflächen ihrer Stativköpfe oder Schnellwechselplatten mit Gummiplatten oder Kork, damit sollen Beschädigungen von Kameras und Objektiven verhindert werden. Der Erfolg dieser Weichauflagen sind oft Schwingungen!

Lösung:
Weichauflagen  entfernen. Wer unbedingt eine Zwischenlage haben will, sollte die Gummiauflage gegen eine harte Kunststoffplatte ( z.B. ABS Kunststoff  im Modellbaubedarf ) austauschen. Diese verhindert auch Kratzer an den Auflagestellen.
Schnellkupplungen sollten grundsätzlich aus Metall gefertigt sein wie z.B. Graf, Arca Swiss, Hama Pro Plate, Novoflex.

1.4 2 - 3 Punkt Objektivabstützungen

Bei heutigen Teleobjekiven werden die Stativschellen oft als Tragegriff missbraucht, durch die Doppelbenutzung werden die Stativschellen viel zu hoch gebaut. Zum einen schwingen daher die Stativschellen selber, zum andern werden die Stativköpfe stärker belastet, da die Schwingung an einem Hebel angreift.
Lösung:
Objektivabstützungen in Form einer Schiene, die zusätzliche Abstützungspunkte schafft, bei langen Teles möglichst vorne und hinten am Objektiv. Der Abstützpunkt Richtung Kamera sollte möglichst verstellbar sein, um bei Konvertereinsatz diesen abstützen zu können. Bei kurzen Brennweiten reicht meist die vordere Abstützung, da die Stativschelle dicht am Kameragehäuse liegt. ( Hersteller Burzynski )

 
3 Punkt Objektivabstützung

Selbstbau von Objektivabstützungen

1.5 Spiegelvorauslösung

haben leider nicht einmal alle hochwertigen Kameras. Für die Naturfotografie allerdings sollte man diese Funktion in mindestens einem Kameragehäuse haben. Besonders in der Macrofotografie verhilft die Spiegelvorauslösung in Verbindung mit einem stabilen Stativ zu superscharfen Aufnahmen. Aber auch bei Säugetieren oder Vögel sollte man bei längeren Belichtungszeiten  die Spiegelvorauslösung verwenden, da die Motive oft ruhig halten. Nur so kann man in einigen Fällen die optische Qualität der Objektive nutzen.. Leider wird die Spiegelvorauslösung oft nicht eingebaut oder hinter viel zu kleinen zu schwergängigen Hebelchen oder Kläppchen versteckt.

1.7 Zwei Stative

Die Kamera- Teleeinheit mit Zweistativen abzustützen bringt natürlich eine bessere Stabilität, solche Vorschläge halte ich aber in den meisten Fällen für nicht praxisgerecht, da dies eine sehr unbewegliche Kombination ist, und wer hat schon immer zwei Stative dabei. Eine Möglichkeit ist vielleicht mit einem Einbeinstativ die Kamera abzustützen oder mittels Einbein und eines Gabelkopfes am hinteren Objekivtubus.

1.8 Bohnensack

um Schwingungen zu vermeiden, ist es sehr sinnvoll, das Objektiv mit einem Bohnensack zu beschweren, das heißt der Sack wird einfach über das Objektiv gelegt, besonders bei Wind eine gute Möglichkeit Vibrationen zu verringern ( siehe Bohensack )

1.9 Telestütze

Bei Teleobjektiven ohne Stabilisator kann bei kritischen Belichtungzeiten eine Telestütze sehr hilfreich sein. Diese wird an einem Stativbein und unter dem Kameragehäuse befestigt und dämpft so nochmals die Schwingungen des Verschlusses. Die Stütze muß nach meiner Erfahrung nicht ganz festgezogen werden, so ist die Kamera noch einigermaßen beweglich und die Schwingungen werden trotzdem gedämpft. Insbesondere bei Aufnahmen mit Doppelkonverter bringt dies eine Verbesserung der Bildqualität. Hersteller: Manfrotto, Burzynski. Am besten in Kombination mit der unter 1.4 beschriebenen Objektivabstützung und der Spiegelvorauslösung einsetzen.

 
Telestütze

1.10  Filmempfindlichkeit

Was hat die Filmempfindlichkeit in dieser Aufstellung zu suchen. Die Schwingungen der Kamera zu reduzieren, ist eine Sache, aber unter schlechten Lichtverhältnissen sind auch die Eigenbewegungen des Motivs zu berücksichtigen. So muß man, um scharfe Aufnahmen zu bekommen, einen empfindlicheren Film wählen, selbst wenn dieses mit gröberen Korn bestraft wird.

2.0 Bildstabilisatoren

2.1 Stabilisator ( IS, VR )

Die Wunderwaffe: Man kann einiges / das meiste mit konsequentem Arbeiten und dem Einsatz der oben beschriebenen Hilfsmittel erreichen. Die Stabilisatoren machen  in einigen Fällen unabhängig von Hilfsmitteln wie Telestütze oder Objektivabstützungen.
Interessant wird endlich auch das Arbeiten vom Einbeinstativ ober bei kürzeren Brennweiten ( 400 mm ) aus freiher Hand. Das bedeutet nicht, daß Stative ihre Bedeutung verlieren, in einigen Fällen ist aber die Beweglichkeit höher einzustufen als das letzte Quentchen Bildgestaltung, welches durch das Stativ ermöglicht wird.
Diese Beweglichkeit gilt es bei Einsatz der Stabilisatortechnik zu nutzen.Das Fotografieren mit den Telezooms 100-400 IS, 80-400 VR ist eine tolle Sache, die variable Brennweite ergänzt durch die Möglichkeit der Freihandfotographie ermöglicht eine neue Dimension des Fotografierens.
Bei Belichtungszeiten von 1/60 oder länger bleibt das Ausschußrisiko trotzdem, da die Motive oft nicht still halten, egal ob mechanische Telestützen ... oder  Bildstabilisatoren, wenn sich das Motiv bewegt, hilft alles nichts!
Bei schwingendem Untergrund ( Bohlenstege, Auto, Boote ) können die konventionellen Techniken nichts ausrichten, hier kann der optische Bildstabilisator seine Vorteile ausspielen.
Leider funktioniert  bisher bei keinem Hersteller die Spiegelvorauslöung mit dem Stabilisator, so daß auch noch bei Stabilisatorobjektiven konventionelle Techniken eingesetzt werden müssen. Ferner funktionieren noch nicht alle Bildstabilisatoren vom Stativ aus, was den Einsatz einschränkt.

Kein Allheimittel, aber die technische Neuerung nach der Einführung des AF !





 

2.2 Stabilisator nach dem Kreiselprinzip

Es gibt auch Stabilisatoren, die man an die Stativschelle des Objekivs schraubt. Diese arbeiten nach dem Kreiselprinzip, das heißt zwei Massen werden in Rotation versetzt und gleichen Bewegungen aus. Nachteile der Stabilistor braucht einige Minuten  bis er arbeitet und der Preis ist extrem hoch.

Gelesen 13675 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 28 November 2012 08:23
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